10. Juli 2021

Zwische de Ziilde

Ulrike Derndinger

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Zwische de Ziilde

I bin mol widder in de Heimet gsin. Uf de Stroß bin i widder de Nochberi in d’Ärm gloffe. Si het mer widder ä Loch in de Buch gfrogt. Horche, was si dismol gsait – un was si wirklig gmeint het.
Gsait het si: Ah, des isch jo d’Ulrike. Jetzt hätt i dich fascht nimmi kennt.
Denkt het si: Wahrschins kennt d Muetter si au als nimmi, wenn si nur alli Schaltjohr emol heimkummt. Un im Garte helfe wurd si re au nit. Mit denne Sunntigshose, wu si do anhet.

Gsait: Scheeni Hose hesch an! Un hesch d’Hoor ney mache losse?
Denkt: Mit denne Federe sieht si us, wie wenn si hinterschti zum Hiehnerloch nuss wär. Des hän die jungi Wiiwer hit halt es so. Sich strähle isch schiints nimmi modern.

Gsait: Doch, also neyi Hoor un alles – un gsund siehsch us!
Denkt: Het ganz scheen zuegnumme siter letscht Mol – awer wurum solls de Stadtmaddamme anderscht gehen wie unsereins?

Gsait: Hesch au schun s’Grab gmacht?
Denkt: Drei verdrickelti Primeli hän si druf un de Rescht isch mit wisse Steinli drumrum zuedalbt. So kenne sichs d’fuuli Wiiwer au eifach mache.

Gsait: Doch, doch des mit dem Kies uffem Grab isch schun s’Beschte, wemmer nit so viil heimkummt. Gehsch hit Owe widder?
Denkt: Als in d’Stadt! Platz wär jo bi de Muetter, awer d Madamme welle halt nit so gern ufem Land wohne.

Ich sag nei, ich dät noch e Nacht bi de Muetter bliiwe un viellicht widder ganz zu de Muetter ufs Dorf ziege. Un denke tue-w-i: Awer erscht, wenn du Nochberi emol saisch, was de meinsch. Un dodruff kann i noch lang warte!

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