18. März 2022

Waffeparade – e Wutgedicht

Petra Rieger-Bühler

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Waffe braucht de Mensch, ganz klar

zum Schutz vor wilde Tiere da.

Au zur Verteidigung als Rächer

vor beese Mensche un Verbrecher.

Außerdem, do will er siege

un führt deswege ganz viel Kriege,

weil Landausbreitung, Macht un Glaube

dem scheint’s de Geischt un d‘ Sinne raube.

Erscht war e Stoischleuder de Clou,

Pfeil un Boge kam dezu

oder au so ‘n langer Speer,

der macht scho ordentlich was her.

Schwert un Dege war noch besser,

manchmol hat au g’langt e Messer

bis Pischtol, Revolver, G’wehr,

MG, MP kam – nix wie her!

Erscht wurd gekämpft, Mann gege Mann,

was heldehaft un fair sei kann,

un oftmols war ma aa zu Pferd,

wo de  Erfolg war unerheert;

oder uff em Meer als Flodde,

do tat ma sich so zammerodde,

um domit dann des Spiel zu lenke

un munter Schifflen zu versenke.

Später, do gab’s Handgranade,

Sprengstoff aa für Haus un Gaade,

Starfighter mit Kampfrakete

Bombe zum e Stadt zerlege.

Uffrüschde – so heißt des Wort,

was Länder mache immerfort.

Panzer gebt’s jetzt statt früh’r Schilder,

me treibt’s bunt un immer wilder

mit Soldade an de Front,

au in Zivil bleibsch net verschont.

Doch des reicht als net, immerhin

sin Chemiewaffe noch drin.

Aber selbscht des hat no net g‘langt

für’s Töde, husch, von Menschehand.

 

Was soll ma sage, soll ma dichte?

Me will de anner ganz vernichte!

Erfinderisch war ma scho immer,

un wie e Wunner – ach, Ihr Kinner,

hat so e Schlaule unumwunne

die Atombomb dann erfunne.

Un aa so Sprengköpf, was weiß ich,

Nuklearwaffe an sich,

die sind de Killer garantiert

für Mensch, Tier, Pflanz, un, wenn’s bassiert,

au für die Erd, de blau Planet,

den ihr so schee vom Weltall seht;

weil, was wohl mit em Deufel Pakt isch,

dann isch alles hie – wir praktisch!

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