27. Februar 2026

SOHLBERG HISTORY

Buddy Hills

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Vorwort
Viele Jahr’lang bin ich im Schwarzwald, im ehemalige Jugendherbergshaus uf’m Sohlberg, owwahalb von Ottenhöfen/ Renchtal, beruflich als Pädagoge in de Jugendhilfe, tätig g’wese. Alle Jahreszeite häb ich dort mit junge Mensche erlebt. Am Lagerfeuer gab’s viel zu verzähle und die Nächt‘ wared alsmol sterneklar oder zabbeduschter. Mir hän Ferie’zeite mit Wandern und Hüttebau und sogar Festungsbau mit Palisade betriwwe. In so äm Kontext hat ma g’merkt, wie ma, urig und archaisch, middenanner menschelt. Wenn ma am offene Feur z‘samme esse dud und wenn ma Pfeil und Boge und Schwerter baut, isch de Gedanke ned weit: wie war des hier vor Zeite?
Mir hän sellemols ä kläu Zeitschrift Redaktion g‘hätt und do de Grundriss für SOHLBERG HISTORY gelegt. Jetzat gehts do drum, historische Entwicklung und Zusammehäng‘ in uns’rer Heimat mol locker vom Hocker in unterhaltsamer Mundart zu präsentiere. Weil Mundart isch lebensnah! Ich nemm mit viel Spass denne Sohberg als Bezugspunkt für mei‘ kleine Prosa. Er steht b’stimmt au exemplarisch für viele annere Örtlichkeite entlang vom Schwarzwald, wo ma ähnlich z’rück blicke kann. De Sohlberg basst jo gut, weil er im Mittlere Schwarzwald dohäum isch.
Holde Leserschar! Hier also de Beginn von meinere kleine Serie, mit dem Titel SOHLBERG HISTORY. Alle paar Woche soll jeweils eine Folge erscheine. Und jetzt geht’s los:
FOLGE 1 THE LÄND
Do steh‘ ich also do owwe uf’m Sohlberg und gugg nunna uf die weite Rheinebene. Deutlich isch de Münschterzipfel von Straßburg zu erkenne, und am Horizont, vis-a-vis, die Vogese, als Pendant vom Schwarzwald.
Es däd mich jo mol int’ressiere, wie des früher ausg’sehe hat. Drum verbind ich Fakte mit Vorstellungskraft. Und mit ‚früher‘ mein ich: ganz früher! Erdaltertum! Des hat vor 541 Millione Jahr a’gefange, weil do s’erschte Mol, Lebe‘ sichtbar wurd. Ich glaab, des war freidags.
Wie schee, wenn de Himmel blau isch und dass ma fröhlich ä frische Höheluft genieße kann. Vor Zeite däd ich awwa ned 800 Meter üwwa Normalnull stehe, so wie im Moment. In denne Tage könnt ich bis zu 5000 Meter nuff kraxle. Dort däd ich dann uf irgend äu‘m Gipfel vom Variskische Gebirge ä Veschberzeit mache. Mit viel Ausdauer und Geduld, könnt ich de Zahn der Zeit beobachte, wie er stur an dem gewaltige Gebirg nage dud. Mit Witterung! Wind und Wasser und Sonneeistrahlung erlebe, beim Fels-und-Berg abtrage! Fein säuberlich, dass garnix mehr von Gebirg‘ üwwerig bleibt! Au wenn er sich für des ä paar Millione Jahr Zeit g’nomme hat: de Zahn der Zeit hat halt g’nug Zeit zur Verfügung. Noch und nöcher!
Würd‘ ich weiter wachsam die Auge offe halte, könnt ich denne Moment mitkriege, wo’s Wasser plötzlich in des ei’geebnete Gebiet nei’gloffe kommt. So däd ich mich irgendwann, an selber Stell, doch tatsächlich am Strand von äm echte Meer wiederfinde. Im Januar vielleicht? Awwa in de Badhos!
Statt Münschterzipfel von Straßburg, däd ich ä 30 Tonne gigantisches Fischreptil aus’m Wasser in d’Höh ufsteige sehe. Än Ichtosauerier, der von de Tiefe des Meerers, glatt durch die Welle nach owwe schießt. Ebbeso spitz wie de Münschterturm, nur bissle krumm vielleicht.
Mir hän in uns’rer Gegewart än Sauerstoffgehalt von 21 Prozent in de Luft. Selle urzeitliche Kollege hän 35 Prozent g’hätt. Drum sin die Kreature in denne Jahrgäng‘ au so unglaublich groß g’wachse . Wenn also euer Kinner groß und stark wärre solle, schickt se naus an d’frische Luft.
Alla! Genieße mer awwa noch ä bissle ä Tropische Warmzeit im Herze von Baden Württemberg. Unter Palme! Feine Sandstrand! Welle, die mit weiße Schaumkrone s’Meer rausche lasse. Awwa käu Strandbar! Und Schwarzwald, grad in derre Gegend? Awwa lang ned!
S‘ Lebe hat sich ei‘gericht‘. “Fresse und G’fresse werde“ war von A’beginn uf de Tagesordnung. De Lebensfade, an dem mir heit selber hänge, war g’sponne. Alsmol war er awwa leider – leider, wirklich sehr – sehr dünn g’wese! Aktive Vulkane, Erdbebe und so; des geht jo noch. Awwa dann: Ganz großes Kino: Meteorite Einschlag! Odda 20 Milloine Jahr druff: grad nochemol Massesterbe durch Methangas Ausbruch vom äm erdinnere Rülpser. Lebewese hän sich für immer verabschiede müsse. Ganz annere Nachfolger sind a’getrete und hän ä neue Chance ‘kriegt.
Irgendwie isch immer ebbes los!

Warmzeite hän des scheene Zechsteinmeer und später, grad an de gleiche Stell, s‘ Jurameer, äufach ausgedrockelt und verdunschte lasse. Obwohl ma sich so dra g’wöhnt hätt! Ä Feuchtgebiet isch sumpfig und bäbblig zurück gebliewe. Ozean adé! Die ewige Regel isch jedoch: …dass nix bleibt, wie’s war. Also brauchts immer ä Großereignis: Manche gehe blitzschnell, manche passiere so langsame, dass mers garned mitkriegt.

Zum Beispiel: Mir baschtle Kontinente. Erdplatte Kollision! Klassische Havarie!
Unfallhergang: Voll de Zusammeprall zwische de afrikanische Scholle middem Eurasische Erdteil.
Unfallschade: Än Riss durch Europa. Wie die Erdkruschte zufällig bei uns im Ländle dünner isch, als normal, war des ä Schwachstell. 70 Kilometer statt 150 Kilometer Dicke macht än Unnerschied! Es isch jo bekanntlich de komplette Bode abg’sackt. Der senkt heit sogar noch, awwa nur ä bissle und gaaaaanz langsam! Mir liebe se: die tiefer g’legte Rheinebene! Isch jetzat scho widda Fuffzig Millione Jahr her. Wie die Zeit vergeht? Wo de Homo Sapiens vor dreihunnert Dausend Jahr sei Spure in de Sand g’setzt hat, war de allgemeine Landschaftsbau dann awwa scho in die Form gegosse, wie se uns heit, im Große und Ganze, vertraut isch. Kommt äuner vom Oschte her von de Barr und vom Gäu, aus’m Schwäbische, oder kommt ebba von Weschte, aus de Moselle, sieht ma kaum Berg Silhouette. Erscht wenns steil abwärts die Grabewänd nunnawärts geht, nimmt ma üwwerrascht die Steilhäng als Middelgebirge wahr. Und in de Ebene dazwische gäbbts immer noch wirklich viel Wasser!
Uf de Wetterkart‘, im Fernseh‘, hän mir , links unne, doch wirklich am meischte Baggersee Wetter – im Gegesatz zu viele andere Regione in Deutschland. Alsmol sagt mer: es driggt so schwül, ich fahr ä bissle nuff in de Schwarzwald. Mit Tropische Warmzeite aus de Vergangenheit isch des allerdings ned zu vergleiche. Do war jo sogar Grönland ä Grünland! Awwa dann druff: Eiszeite! O jeminee! Für mich wär des nix!  Froschtige Grüß‘ aus de G’friertruh‘! Wenn do käu Feuer erfinde duscht, bisch ratz-fatz ä g’frorenesSchnitzel. Was für ä Hin und was für ä Her!
Wie die Pole von unserm symbadische Planete noch weiß und unter ewigem Eis sind, könnt ma meine, mir hänge am letschte Zipfel von de vergangene Eiszeit. Awwa an demm Punkt, wo mir heit uf’m Zeitstrahl stehe, sin mir äufach prima temperiert. Do kannsch eigentlich ned maule. Es geht halt ä hilfloses Staune durch die Gemeinde, weil mir ganz offebar mit unserm CO2 Turbo in de Lage sind, die Temperature, mit spürbarer G’schwindigkeit, in d‘Höh zu treibe.
Als flügellose Zweibeiner hän mir uns, jo weltweit echt erfolgreich, mit allerhand widersprüchlicher Dramaturgie, als verhaltensuffällige Population, in Szene g’setzt. Uns alle verbindet debei ä stolzes Merkmal: ä dodahl hoch dimensioniertes Großhirn! Alsmol isch Hirn sogar ins Smartphone odda in weit entfernte Rechenzentre‘ direkt ausg’lagert.
Du kannsch de Leit beim Schaffe zugugge, odda du kannsch‘ se krakeele höre. Mol isch‘s zu‘m Lache, mol könnt ma flenne. Ma kann sich verliebe, ma kann au z‘samme ä Bier trinke. Nur, alle z’samme sin mir – mol erdg’schichtlich g’sehe – ä  Naturkatastroph‘!  Nach dem Motto: mei Freier Wille geschehe.
Do bleibts ned aus, zu frage, ob ned au höhere Instanze irgendwie am Werk sei könnte. Wenn’s Euch int’ressiert, treffe mir uns gern widda uf’m Sohlberg, an gleicher Stell‘! Fortsetzung folgt
Folge 2: WIE DE LIEBE GOTT UF DE SOHLBERG GEKOMME ISCH.

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