1. Dezember 2020

Schnee olé

Thomas Heitlinger

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Jedes Jahr kommt der Tag: Do guck’sch aus äm Fenschter un
in Karlsruh do isch alles weiß. Wie wenn oiner Puderzucker
drüberg’rieselt hätt. Un es schneit immer noch.
’s Badenradio meldet die aktuelle Schneehöhe: Schwarzwald,
Dobel: 1 Meter. Karlsruh, Marktplatz: 2 Zentimeter.
D’ Leit hen Respekt. D’ Straße’bahn isch voll. Un die wo
fahre, die fahre langsam. Die fahre mit Winterreife.
Die fahre mit Vierrado’trieb. Die fahre mit Schneekette.
Än Schütze’panzer von der Bundeswehr isch än Scheißdreck
dagege.

Äm Berg fahre sie b’sonders langsam. Zum Beispiel am
Turmberg. Oder an der Unterführung in der Kriegsstraß.
Mehr Berg hat’s in Karlsruhe net. Gott sei Dank. Der Verkehr
bricht trotzdem zusamme. ’s gibt än Rückstau bis Durlach, in
der andere Richtung bis Wörth. Wer weiß, für was dass des
gut isch?

D’ Kinner ziege Schlitte. Der erschte kommt uff Ski. Uff äm
Asphalt knirscht’s ä bissle komisch. Klar, wenn’s mol Schnee
hat, muss mer’s schon ausnutze.

Net vergesse: Kehrwoch! Der Platte’gang sauber mache. Der
Schnee wegräume. Auf geht’s! Was isch dir lieber? Holzbese,
Plaschtikschipp oder Aluschieber?

Un hinnerher wird tapfer g’streut. Als druff. Gib ihm. Wege
der Versicherung! Net äm falsche Fleck spare. Händ-, oimer-,
sackweis druff.

Wenn mer die Gelege’heit hat. Wer weiß, ob’s des Jahr nochmal
schneit?

Grad geht d’ Türe uff, mein Kolleg kommt rei. Ä Beul an der
Stirn. D’ Hos blutig, d’ Knie verstürzt.

Ach du lieber Gott, frag ich: Isch’s drauße glatt?
Noi, sagt er.

Der Schnee, der isch längscht wegtaut.
Aber, ruft er empört, so Idiote! Des glaubsch du net:
Ich bin uff äm Salz ausg’rutscht.

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