2. August 2022

Des scheene Derfle W.

Buddy Hills

Kommentare

Des scheene Derfle W., es sei ned näher g‘nennt
Wie oft isch scho bei so äm Texscht än schwere Streit entbrennt.
Es liegt am Fuß vom Schwarzwald still
Ä Kirch, ä Rathaus un ä Miehl.
Än ruhige Fünfdausend Seele Ord
Un ma kann ah echt schee wandre dort.
Sie hännt sellemols ä Entscheidung getroffe
Un hännt sich ä Neibaugebietle erschlosse.
Es sin a paar Junge aus äm Dorfkern verschwunde
Un es hän sich sehr viel von auswärts eig’funde.
Un was hän alle Derfle gern?
Ä Kita, ä Mehrzweckhall un des hoch modern.
Was ma dann in dem Kinnergaarde sieht:
ZwaI Driddel Kinner aus’m Neibaugebiet.
Un de Elternvostand im Eltrebeirat
Aus m Neibaugebiet: de Herr Konrad
Dann später wurd de Birgermeischter ab’gwählt
Un die meischte Stimme wurde fier de Konrad gezählt
Mit seinere Brill un dem blonde Loggeschopf
Find‘ der die meischte Stimme im Topf
In Stuttgart im Ministerium
Hadde ibrgens sei Job un ä Zwaitwohnung.
Er isch nämlich ned uf die Gosch g’falle
Sagt:“ Unser W. ischt ein Dorf für alle“.
Un aus m Neibaugebietle raus
Hockt der jetzat mit seine Nachbarn im Rathaus.
Im Dorfkern hän se sich jetzat verkroche
Weil ä neije, ganz annere Zeit , isch ahgebroche
Vom Neibaugebiet aus, fascht ibber Nacht
Wird jetzat im Derfle alles zeitg’mäß g’macht
Un so hat sich ah de alde Dialekt
Im Dörfle W. schwer abg’speggt.
Dreißiger Zone, Windräder, Naturkoscht Scheier
Un ä Love-Peace& Freedom Feier
De Erich schimpft laut: „Des isch nimma mei Ord“!
Un de Ruben Müller-Kälder sagt: „Dann ziehen Sie doch fort“.
Ja, d’Moral von derre G’schicht, des sag ich Dir:
Kommunalpolitik erzeugt manches Mageg’schwier.

2 Kommentare

  1. Angelika

    Ja, woher kommt’s dieses Phänomen ?
    In unserer kleinen Stadt gabs vor Jahrzehnten mal so ein Stadt-Meeting mit Austauschmöglichkeiten in kleinen Arbeitsgruppen, mit Umfragen u. Erörterungen usw. in der hiesigen Festhalle…
    Werd ‚ nie vergessen, was ich da dann am „Schwarzen Brett“, wo alles zusammengetragen wurde, lesen konnte…
    Es wurde nach der Mentalität eines typischen hiesigen Einwohners gefragt u. als Antwort kam:

    „Der typische Bewohner unserer Stadt ist ein Auswärtiger… “ u. dann wurde noch mündlich ergänzt: „…der kaum, dass er hier wohnt, schon irgendeinen tragenden Posten in einem Verein innehat, sich immer irgendwo engagiert u. es hier zu was bringt !“ …

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  2. Petra RieBüh

    So kann’s gehe! Des isch halt alles aa nimmeh, was es mol war…

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