16. April 2021

De Griffel g’spitzt!

Irmtraud Bernert

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S’isch mol widder soweit: im ganze Landkreis werre d’Griffel g’spitzt, d’Köpf rauche, de Babierverbrauch steigt, manch oiner hat en Zorn, weil er scho e fertig’s G’schichtle in de Schublad g’hortet hat un jetzt kann er’s wegschmeiße, weil die e Thema g’stellt hen, des net zum G’schichtle basst – kurzum: de „Gnitze Griffel“ werft seine Schatte voraus.
Odder doch liewer de „Gnitze Kniffel“, wie d’Frau Landrätin bei de letschte Preisverleihung immer g’sagt hat? Awwer noi, sell isch e Glücksspiel. E bissle Glück brauch’sch vielleicht au bei dem Wettbewerb – awwer könne soddsch halt au ebbes, sonscht g’winnsch koin Blumetopf!
Ich tät jo zu gern emol spickle, was uff dene Schreibdische so alles bassiert.
B’stimmt so einiges! Weil im Dauer- Lockdown do hen se alle Zeit der Welt, die Mundart- Dichter. Ob sich des die Organisatore klar g’macht hen?

Do sitzt dann nämlich e Jury im schönschte Frühsommerwedder am Schreibdisch un ackert sich durch en riese Berg von Zuschrifte – des isch e mords G’schäft! Obwohl – sie könne sich jo debei au uff d’Terrass naussetze, dann versäume se wenigschdens net so viel vom scheene Wedder.
I heb mer üwwerlegt, wie die des wohl mache! Vielleicht wie ich, wenne mein Kloiderschrank ausmischt? Do gebt’s immer 3 Stapel: de oine mit Sache, die glei wegg’schmisse werre, de anner mit Sache, die mer  brauche kann. Un uff de dritte Haufe kommt de Rescht – des Zeugs, des erscht emol weggepackt werd und des mer später vielleicht noch emol durchgugge muss – odder au net. Bei mir isch der Stapel immer de gröschte.
Un ob die sich do immer oinig sen, in dere Jury, odder ob die als au emol hendle, weil  jeder sein Favorit durchboxe will?  Obwohl – die müsse sich diesmol sicherlich noch online ausdausche. Un bei Zoom do könne se net wirklich streite, weil do kann’sch se oifach stummschalte, dann isch e Ruh!
Ach Gott, wär ich do emol gern e Mäusle!

Awwer die werre ihr Erwet scho recht mache. Un ich täts jedem gönne, dass er en Preis g’winnt – weil Mundartautore sen solidarisch.
Un ich glaub, die ganz Kultur hat noch nie soviel Solidarität nötig g’habt, wie grad in dene Zeite!
Also Leut, auf geht’s: de Griffel g’spitzt un gutes Gelinge!

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