2. September 2021

De Bauer un de September

Otto Arnold

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De Bauer un de September

Der September hat en ziemliche Makel:
Er kummt daher wie e Wedderorakel.
„Septemberwärme dann und wann
zeigt einen strengen Winter an.“

Un a noch des kennt mer so sehe,
wenn mer des Wedder mecht verstehe:
„Nach Septembergewittern
wird man im Februar vor Schnee und Kälte zittern.“

Schee Wedder haißt mers ohne Rege,
aa wenns die Landwert annerschd mege.
„An Septemberregen für Saat und Reben
ist es dem Bauern gelegen.“

Nadierlich gebts aa viel zu mache
mit Rieblen, Kraut un annere Sache.
„An Lamberti nimm die Kartoffeln raus,
doch breite ihr Kraut auf dem Felde aus,
der Boden will für seine Gaben
doch ihr Gerippe wiederhaben“

Mer seht, dass d Ährnd arg wichtich isch,
sunsch kriegt die Kich nix uff de Tisch.
„Schaffst du im September nichts in den Keller,
blickst du im Winter auf leere Teller.“

Die Nadur isch manchsmal aa recht gut,
wenn se was brofezeie duht.
„Wenn im September viele Spinnen kriechen,
sie dann einen harten Winter riechen.“

De Bauer wais aa noch annere Sache,
so guckt er zuh, was die Schwalbe mache.
„An Mariä Geburt
fliegen die Schwalben furt.“

Awwer bleiwe se dann doch noch do,
isch de Bauer genau so froh.
„Bleiben jetzt die Schwalben lange,
so sei vor dem Wetter nicht bange.“

Vorauszusehe isch schoh wichtich,
drum isch die Feldarbeit jetz richtich.
„Die Wintersaat gar wohl gerät,
wenn man sie bis Matthäus sät.“

Fer de Mooschd braucht mer die Biere,
weil, blos mit Äpfel griegt er Schliere.
„Sitzen die Birnen fest am Stiel,
bringt der Winter Kälte viel.“

Es isch a gut fer des Gemiet,
Wenn mer die schene Blume sieht.
„Späte Rosen im Garten –
schöner Herbst und der Winter kann warten.“

OA0720

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