3. Juni 2021

De Bauer un de Juni

Otto Arnold

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De Bauer un de Juni

Der Juni nach gut Wedder lechzt
Des wisse ah die Doofe,
weil, des „Was im Juni nicht wächst,
gehört in den Ofen.“

Denn zum waxe, waiß de Bauer,
langt ab un zu en Rejeschauer.
„Soll Feld und Garten wohl gedeihn,
dann braucht’s im Juni Sonnenschein.“

Dem Landwert alle Sorge nimmt
e Wedder, wo die Mischung schdimmt.
„Ist der Juni warm und naß,
gibt’s viel Frucht und grünes Gras.“

Ischs Gras zum Mähe dann bereit,
wais mer, jetz kommt d Haiet-Zeit.
„Wenn die Johanniwürmer glänzen,
darfst du richten deine Sensen.“

Maischdens isch awer en Reje
fer das Hai net grad en Seje.
„Regen am Medardustag
verdirbt den ganzen Heuertrag.“

Manchsmal isch ah s Wedder schlecht,
was  mer net so hawe mecht.
„Im Juni, Bauer, bete,
daß der Hagel nicht alles zertrete!“

Noch em Hai gebts ah noch d Frucht,
fer die mer s richtich Wedder sucht.
„Gibt’s im Juni Donnerwetter,
wird auch das Getreide fetter.“

Oiniche welle des wisse,
wie lang di Siweschläfer pisse:
„Regnet es am Siebenschläfertag,
regnet es noch sieben Wochen danach.“

Annere welle profezeie,
dasz im Dezember mol kennt schneie.
„Wie die Junihitze sich stellt,
stellt sich auch die Dezemberkält’.“

En Bauer findt am Wedder halt
ebbs, was em Gärtner gar net gfallt.
„Was es in die Rosen regnet,
wird den Feldern mehr gesegnet.“

OA0720

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