1. Juli 2021

De Bauer un de Juli

Otto Arnold

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De Bauer un de Juli

De Juli haist Heumond in Baurekraise.
Em Juli had des Hai awwer Ohmed ghaise.
„Juli heiß,
lohnt Müh und Schweiß.”

Des losst sich laider net vermeide,
dass d Baure in de Hitze leide.
„Im Juli will der Bauer lieber schwitzen,
als untätig hinterm Ofen sitzen.“

Was des Wedder halt so bringt,
es zaigt, ob die  Ährnd ah desjohr glingd.
„So golden die Sonne im Juli strahlt,
so golden sich der Weizen mahlt.“

Bei der Hitz kann mer verschdehe,
dass manche lieber bade gehe.
„Was im Juli nicht geraten,
lässt der September ungebraten.“

E Johr zahlt sich immer aus, sagt de Bauer.
Die Regel wais des noch genauer:
„Ist’s im Juli recht hell und warm,
friert’s um Weihnachten reich und arm.“

Frieher blohgte sich die Leit,
des mache die Maschine heit.
„Der Juli bringt die Sichel
für Hans und den Michel.“

En Grund gebts immer, moint de Bauer.
De Pfarrer wais des awwer gnauer.
„An Magdalena regnet’s gern,
weil sie weinte um den Herrn.“

Außer Riebe, Frucht un Hai,
gebts ah noch Äpfel, Biere un Wai.
„Nur in der Juliglut
wird Obst und Wein dir gut.“

Am End vum Juli merkt mer dann,
dass de Herbschd ohrigge kann.
„Um Sankt Ann
fangen die kühlen Morgen an.“

Un schdat iwwer d Wedderbericht zu klage,
kannsch oifach mol die Schwälble frage.
„Wenn die Schwalben Ende Juli schon ziehen,
sie vor der baldigen Kälte fliehen.“

OA0720

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