6. November 2020

Apfelfänger

Wolfgang Mueller

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An eme kahle Zweig von sellem Apfelboom hängt noch en sture Absturzverwaigerer, der scheints aigesinnig druff waard, dass en noch ebber pflückt un (sich) was aus’m macht. Soll e den Glischdemacher dene in de letschte Däg schareweis zuzogene Krabbe iwwerlasse, die grad lautstark debei sin, ihre Reviere uffzudaile, odder träum e mir gschwinn e Jakobslaider, die mei Gwicht aushalt, wenn e se mit Gottvertraue gege den heftige Spätjohrswinn stell? Des bin e grad em Iwwerlege. Do heer e en leise Knacks uns seh, wie sich der Apfel vom Zweig  löst. Zwai schnelle Schritt Olauf un en fir en alde Mann zimmlich waghalsige Satz nach vorne. Wie durch e Wunner macht der Apfel  beim Falle e leichte Kurv in mei  Richtung un land‘ genau in meinere Hann. En Boskoop! Un was für en scheene! Obwohl’s um uns rum schon dämmert, erkennt ma, wie sich die Farwe, die de Herbscht liebevoll uff die rau Schal gmolt hot, extra fir mi ghalte hen. Er sieht rundum knaggich un abbediddlich aus. Do kennt i mer – wenne me so ogugg – ehrlich e Scheib devo abschneide. Awwer vorerscht net! Un neibeiße mecht e zwaimol net. Weil e mer den uverhoffte Findling nämlich liewer als Vorbild fir en farwefrohe, saftige Spätherbschtler (wie i gern oiner sei dät) noch e Weil uff de Schreibdisch leg…

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