10. April 2020

An de Gekreuzigte

Karlheinz Grether

Kommentare

Was, ja was blos hät‘ mich veralasst, dich zu liebe?
Doch net des himmelsparadiesisch Eden, des dei Bodepersonal so oft verschproche.
Doch net die Höll, vor dere se uns so gern Angscht eitriebe.
Was solls, ich wär ganz sicher net zu Kreuz gekroche.

Doch dann hats deine Jünger uff- un a noch fortgetriewe.
Sogar de Simon, dei Fels, hat sellemols sein Schwur gebroche.
Do kriege e Gänsehaut, mein Gott, un muss de oifach liebe.
Un ‘s macht me fertich, wenne seh, was diese Welt verbroche.

Ich lieb dich ewe, gschtärkt durch deine Wunde.
Un wär a gar koin Himmel üwwer mir.
Heb e doch Furcht vor dir, a wenn in deiner Lehre
Koi oinzichs drohend Wort ich hab drin gfunde.
Blieb ich a hoffnungslos zurück hier unte:
So schtreckt ich liebend doch mei Hand – ins Leere!

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