Badische Gutsele
präsentiert von Thomas Liebscher und Thomas Heitlinger (c) 2019

Der badische Blog!

(Jeden Montag mit einem neuen Eintrag)

Neueste 5 Einträge

  • Die Glasdier beim Bäcker uffäm Dorf
  • Gastbeitrag: E himmlischi Unterhaltig
  • Die Karlsruher Mess!
  • Der Trainer
  • Zeitumstellung...

2019-10-25

Heidanei!

auch in diesem Monat ein Gastbeitrag von Dr. Wolfgang Wulz, Vorsitzender schwäbische mund.art e.V. mit freundlicher Genehmigung des Autors. Vielen herzlichen Dank an Wolfgang, der auch als Referent in Forst mit dabei war.

Die Kolumne von Wolfgang Wulz erscheint in der Sindelfinger/Böblinger Zeitung unter dem Titel “oifach schwäbisch”.
Sie beginnt immer mit dem schwäbischen Ausdruck “Heidanei” und endet mit … “moint dr sell”

Heidanei,
oifach z oft hört mr om sich rom so schöne Sätz, wo mit „mr sott au des, mr sott au sell, mr sott au mol wieder“ anfanget. Au weia, do reagier i ganz allgerisch ond bäff net selte a weng ogäb zrück: „No duas halt endlich ond schwätz net bloß dauernd drieber ond dromrom!“ Oder ärger mi mordsmäßig über mi selber, wenn mr des aus Versehe au mol rausrutscht. Mit re Mrsottmentalität kann mr nämlich nix omtreibe! Die kannsch de Hase gebe, seis en dr Schuel, seis en dr Ausbildong, seis em Gschäft, seis en dr Politik oder au em Privatlebe. Leider ghöret viel z viel Leut zu dere Mrsott-Fraktion, ond oft send des die oflätigschte Schreier en de Leserbrief, de asoziale Medien oder gar en manche Vereinsversammlonge. Die könnet sich scheints nix Besseres vorstelle, wie denne, wo vorne dran send, des Gschäft machet ond ihren Kopf nahaltet en d Pfanne zom haue.
A altgedienter Schultes hot kurz vor seim Abschied em selle mol gsagt, mr müsst sich scho froge, worom mr sich des adoa dät, wenn oin so a oghobelter Mitbürger en dr Herrgottsfrüeh auf em Weg ens Rathaus anremple ond wege me Baugsuch oscheniert verseggle dät. Oft häb er sich als Laternepfahl gfühlt, wo obe leuchte sott ond onte anbronzt werde derf!
Dr sell moint aber nadierlich net, dass jetzt älle d Gosch halte sottet nach der leider bei de Schwobe weit verbreitete Weisheit: „Bleib still, no kommsch au en nix nei!“
Em Gegedoil, machet s Maul auf, aber bleibet net bloß beim „mr sott“, sondern kommet au zu me beherzte „I dues, i machs, i engaschier mi“. Glegeheite gibts do gnueg drzue. Jetzt beim Kandidiere für d Kommunalwahle, en de Verei, bei de Bürgerinitiative, bei de Gruppe, wo sich om die Ärmschte kümmeret, wo ihr Hoimet mitsamt em Dach überm Kopf verlore hent.  Ond drom freut sich dr sell au mordsmäßig über die jonge Tieneitscher, wo mit ihrem „Freitich für d Zukonft“ weltweit so a gigantische Bewegong für de Klimaschutz auf d Roih brocht hent, wo sich älle Erwachsene a Riesestück abschneide kenntet, wenn se bloß wettet! Ond vielleicht ischs grad ihr oigens schlechts Gwisse, weil se selber s Henderdoil net aus em Sessel kriaget ond se mit ihrem Bruddle über d Schuelpflicht bloß drvo ablenket, dass die Jonge eigentlich gar net so orecht hent, moint
dr sell

(c) Dr. Wolfgang Wulz Oktober 2019
www.mund-art.de

Thomas Heitlinger - 06:42:11 @ Thomas Heitlinger