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2019-10-05

Pressemitteilung: Zukunft der badischen Dialekte: Zusammenschluss von Mundartautoren in Nord- und Mittelbaden

Badische Gutsele
Autoren arbeiten für die Mundart zusammen und gründen ein Internetportal
Forst. Die Mundartautoren von Nord- und Mittelbaden wollen mit einer gemeinsamen
Interessenvertretung ihren Dialekten mehr Aufmerksamkeit verschaffen. Sie beschlossen bei einem
Treffen in Forst die Zusammenarbeit in einer Vereinigung für Badische Mundart. Außerdem
verständigten sie sich auf das gemeinsame Veröffentlichungsportal www.Badische-Gutsele.de; Dort
sind bereits Texte zu lesen und zu hören, außerdem werden unter den „Gutsele“ Mundartlieder
eingestellt. „Damit geben wir dem Publikum wieder die Möglichkeit, vielfältige heitere und ernste
Beiträge im Dialekt kennenzulernen. Digitalisierung sowie der gefühlte Rückzug des SWR aus der
Region führen zu einer prekären Situation für die Autoren, die es in Eigeninitiative zu lösen gilt“,
sagte Thomas Heitlinger aus Stutensee, der Sprecher der neuen Vereinigung für Badische Mundart.
Ihr gehören zahlreiche preisgekrönte und erfolgreiche Autorinnen und Autoren aus der Kurpfalz, dem
Kraichgau, dem Raum Karlsruhe sowie Mittelbaden an. Für Gastbeiträge aus Württemberg, der Pfalz
und dem Elsass will die Plattform offen sein. Wolfgang Wulz und Pius Jauch vom Verein schwäbische
mund.art begrüßten als Teilnehmer in Forst die Initiative der badischen Künstlerkollegen.
Ein weiteres Ziel der Autoren ist die angemessene Berücksichtigung badische Dialekte bei den
kulturpolitischen Aktivitäten der Landesregierung von Baden-Württemberg. Im Dezember 2018
hatte Ministerpräsident Winfried Kretschmann zu einem großangelegten Symposium über
Gegenwart und Zukunft der Dialekte im Land nach Stuttgart eingeladen. Diese Initiative soll
fortgesetzt werden. Das sagte Sabine Dworog vom Staatsministerium Baden-Württemberg, die bei
den Autorinnen und Autoren zu Gast war und deren Initiative ausdrücklich lobte. Die
Landesregierung wolle 2020 mit einem zweiten großen Symposium über Wege zur Dialektförderung
nachdenken. Die Badener bekräftigten den Wunsch nach konkreter Unterstützung ihrer
Mundartaktivitäten.
Ziel der neuen Gruppe ist es außerdem, mit gemeinsamen Veranstaltungen in Gasthäusern oder
Kleinkunstbühnen die literarische Mundart unter dem Motto „Schwätze, Babble, Schreiwe“ unter die
Leute zu bringen. In Württemberg sind solche Formate bereits verbreitet. Im alemannischen Raum
sorgt die traditionsreiche „Muettersproch-Gesellschaft“ Freiburg für Akzente. Die Initiatoren für
„Badische Mundart“ können sich eine institutionelle Form für ihre Zusammenarbeit vorstellen und
hoffen, dass Heimatvereine oder Kulturveranstalter die Ziele unterstützen. Sie geht aus von Thomas
Heitlinger (Stutensee), Roland Bruchmann (Karlsruhe-Neureut), Heidrun Eyermann (Obrigheim),
Angelika Futterer (Philippsburg), Ingrid und Karl-Heinz Grether (Karlsruhe-Neureut), Brigitte Köck
(Bruchsal), Thomas Liebscher (Hockenheim), Heiko Maier (Waghäusel), Rosi und Wolfgang Müller
(Pfinztal), Elfi Neubauer-Theis (Neckarbischofsheim), Anton Ottmann (Dielheim), Charly Weibel
(Reilingen) und anderen. Unterstützung signalisierten die bekannten Hermann Dischinger
(Östringen), Dieter Huthmacher (Pforzheim) und Brigitte Wagner (Rastatt).

Thomas Heitlinger - 06:01:30 @ Thomas Heitlinger | Kommentar hinzufügen

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